Schneckenplage


Für den Gemüsegärtner gehören Schnecken zu den ärgsten Feinden, zumindest, wenn sie gehäuft in seinen Gemüsebeeten auftreten. Sie können in Windeseile ganze Salatbestände wegknabbern.

Tagsüber, wenn es trocken ist, verstecken sich die Schnecken unter Pflanzen, Steinen oder an anderen Stellen, wo es dunkel und geschützt ist. Erst wenn es Abend wird oder reichlich geregnet hat, kommen sie aus ihren Verstecken und beginen ihr Vernichtungswerk.

So gross wie der Schaden ist, den die Schnecken anrichten können, so zahlreich sind auch die Methoden, sie loszuwerden.


Vorbeugung

Die Vorbeugung der Schneckenplage ist besonders wichtig, denn wenn man ihre Vermehrung und ihr Gedeihen verhindert, gibt es weniger Schnecken, die man bekämpfen muss.
  • Beete unkrautfrei halten
  • Erde immer gut auflockern
  • Nur morgens und, falls dringend nötig, tagsüber giessen - nie am Abend
  • Für Schnecken unattraktive Sorten pflanzen, z.B. rötliche Salate statt Kopfsalat
  • Pflanzen erst Auspflanzen, wenn sie eine gewissen Grösse erreicht haben. Gurken, Tomaten usw. sind dann uninteressant für Schnecken.
  • Schneckenzäune
  • Behagliche Umgebung für natürliche Feinde der Schnecken schaffen (z.B. Reisighaufen für Igel)
  • Umgraben erst im Spätherbst, nach der Eiablage
  • Nach den ersten Frösten: Böden lockern, damit die Eier im Frost sterben

Schneckenzaun

Schneckenzäune bestehen aus Blech und sind etwa 30 cm hoch.

Sie müssen mindestens 10 cm tief eingegraben werden und mindestens 10 cm über die Erde hinausschauen.

Oben ist ein Streifen von etwa 5 cm so stark umgebogen, dass die Schnecken es nicht schaffen, den Zaun zu überwinden.

Der Schneckenzaun muss vollständig dicht sein. Kein Unkraut darf ihn überwuchern und er darf keinen Kontakt zu den Gemüsepflanzen haben. Er muss also völlig frei auf der Beetfläche stehen, um wirken zu können.

Innerhalb des umzäunten Beetes können natürlich auch Schnecken heranreifen. Daher muss man trotz Schneckenzaun die internen Schnecken bekämpfen.


Gestreute Barrieren

Als Barrieren kann man verschiedene Stoffe streuen, die Schnecken nicht passieren können oder wollen.

Branntkalk (Kalkstickstoff)

Frisch gestreuter Kalkstickstoff (30 cm breiter Streifen) verhindert, dass Schnecken die Barriere überkriechen. Wenn man den Kalkstickstoff breitflächig ausstreut (auch als Dünger geeignet), dann sterben Schnecken und ihre Eier.

Der Kalkstickstoff ist jedoch nur für schwere Böden geeignet. Böden, die schon viel Kalk enthalten, könnten davon zuviel bekommen.

Sägemehl

Auch mit Sägemehl kann man den Schnecken das Erreichen eines Gemüseziels verleiden. Dazu muss man die Sägespäne aber fünf Zentimeter dick und mindestens einen halben Meter breit ausstreuen.

Nach ausgiebigem Regen muss man die Ausstreuung wiederholen.


Absammeln

Das Absammeln der Schnecken kann zu einer zeitraubenden Beschäftigung werden und es nützt nur etwas, wenn man es konsequent täglich durchführt.

Damit man möglichst viele der Schnecken erwischt, sollte man entweder spätabends mit der Taschenlampe sammeln oder morgens kurz vor Sonnenaufgang.

Die gesammelten Schnecken sollte man keinesfalls woanders abladen, denn dann schafft man dort die Probleme, die man im eigenen Garten loswerden will. Auch eine Umsiedliung innerhalb des eigenen Gartesn macht keinen Sinn, denn entgegen ihrem Ruf sind die Schnecken relativ flott unterwegs.

Man muss die gesammelten Schnecken also töten.

Der Tod durch Salz ist sehr grausam für die Schnecken und sollte deshalb nicht durchgeführt werden. Besser ist es, die Schnecken mit kochendem Wasser zu übergiessen, denn dann geht das Sterben wenigstens schnell vonstatten. Anschliessend kann man die gestorbenen Schnecken samt Wasser an einer abgelegenen Ecke des Gartens vergraben.

Alternativ dazu kann man die Schnecken mit einer Schere durchschneiden. Die Einzelteile derart getöteter Schnecken muss man aber einsammeln, denn tote Schnecken sind für ihre kannibalistischen Artgenossen ein wahrer Leckerbissen und sie kommen von weit her, um sich an ihnen zu laben. Unterwegs fressen sie dann noch die kostbaren Gemüsepflanzen an.


Künstliche Unterschlupfe

Wenn man Bretter, Fliesen, Dachziegeln oder umgedrehte Blumentöpfe im Gemüsebeet verteilt, werden sich die Schnecken bevorzugt dorthin zurückziehen.

Man kann sie dann auch tagsüber dort absammeln und töten.


Tierische Bekämpfung

Wildlebende Schneckenfeinde

  • Igel
  • Kröten
  • Maulwürfe
  • Manche Vögel, z.B. Amseln, Stare, Elstern
  • Salamander
  • Spezielle Nematoden
  • Manche Käferarten fressen die Eier der Schnecken

Enten zur Schneckenbekämpfung

Legendär zur Schneckenbekämpfung sind indische Laufenten. Aber auch normale Hühner und Enten essen Schnecken.

Man sollte sich aber keine Nutztiere nur für die Schneckenbekämpfung anschaffen, wenn man nicht willens ist, sie liebevoll zu halten und zu betreuen.

Geflügeltiere brauchen einen sicheren Stall, um gegen Füchse geschützt zu sein. Sie brauchen ergänzendes Futter, vor allem im Winter. Man muss sie mit Wasser versorgen. In den Gemüsegarten dürfen sie nur ein paar Stunden täglich. Den Rest des Tages sollten sie ausserhalb der Gemüsebeete nach Schnecken suchen.

In manchen Gegenden kann man Laufenten auch für eine Weile mieten. Dann entfällt ein Grossteil des Aufwands der Entenhaltung.


Bierfallen

Bier schmeckt den Schnecken besonders gut, daher kommen sie von weit her, wenn man Gefässe mit Bier aufstellt.

Ein kleiner Teil der Schnecken fällt ins Bier und ertrinkt, die meisten tummeln sich aber in der Umgebung der Fallen und halten dort ihre Parties ab. Im Endeffekt hat man mit Bierfallen oft mehr Schneckenprobleme als ohne.

Wenn man es trotzdem versuchen will, sollte man beachten, dass man die Bierfallen nicht so in die Erde eingräbt, dass andere Tiere reinfallen und ertrinken können.


Köder

Mit einer Mischung aus Katzen-Trockenfutter (leicht angefeuchtet) und Weizenkleie kann man Schnecken anlocken. Dann hat man viele Schnecken beisammen, wenn man sie absammeln will.

Damit solche Köderhäufchen Sinn machen, muss man sie regelmässig absammeln, sonst fördern sie eher den Schneckenbefall.


Schneckenkorn

Schneckenkorn kann man einsetzen, wenn die Vorbeugungsmassnahmen nicht ausgereicht haben. Es löst aber kein grundsätzliches Problem, sondern bekämpft nur die Symptome.

Am besten setzt man Schneckenkorn so frühzeitig wie möglich ein, damit sich die Schnecken gar nicht erst entfalten können. Man streut es breitflächig auf die Beete, nicht gehäuft um die Pflanzen herum. Bei Regenwetter behalten moderne Schneckenkörner eine ganze Weile lang ihre Konsistenz. Nur wenn es sehr ausgiebig geregnet hat, muss man nachstreuen.

Es gibt mehrere Sorten Schneckenkorn.

Eisen-III-Phosphat

Vor allem unter dem Namen Ferramol wird Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat angeboten.

Wenn die Schnecken diese Körner gegessen haben, vergeht ihnen der Appetit und sie ziehen sich in ihre Verstecke zurück. Dort verhungern sie nach ein paar Tagen.

Man sieht also nichts vom Sterben der Schnecken. Im optimalen Fall geht der Schneckenbefall einfach zurück.

Nach meiner Erfahrung ist dieses Mittel jedoch nicht sehr wirksam, d.h. einem sehr starken Schneckenbefall wird man damit nicht Herr.

Der Wirkstoff zerfällt im Boden zu Eisen und Phosphor. Das sind beides Stoffe, die sehr nützlich im Boden sind.

Metaldehyd

Metaldehyd sorgt dafür, dass die Schnecken viel Schleim verlieren und dadurch nach und nach austrocknen.

Der Erfolg der Behandlung sieht man an vielen Schleimspuren im Garten und Schneckenleichen, die überall herumliegen.

In der Praxis hat sich Schneckenkorn mit Metaldehyd als recht effektiv erwiesen.

Wenn Kleinkinder mehr als 100 Körner essen würden (es riecht abstossend für Menschen und Haustiere), dann würden sie Vergiftungserscheinungen bekommen: Atemnot, Durchfall, Erbrechen, Zittern, Krämpfe und Fieber. In so einem Fall müsste man sofort den Notarzt aufsuchen.

Igel, Katzen und Hunde mögen das Schneckenkorn nicht, weil es gezielt mit Abwehrstoffen versetzt wurde, manche vergiften sich aber dennoch durch Abschlecken ihrer Pfoten, wenn sie mit dem Schneckenkorn in Berührung gekommen sind. Daher sollte man Haustiere von den Bereichen fernhalten, die mit Schneckenkorn versetzt wurden, oder man verzichtet auf diese Art von Schneckenkorn. Das Gleiche gilt, wenn man Igel im Garten hat.

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